Datenschutz
Logistep forscht illegal nach Downloader
Im Auftrag der Musikindustrie betreibt die Schweizer Logistep Nachforschungen in P2P-Netzen, um Urheberrechtsverletzungen aufzuklären. Heimlich besorgt sich das Unternehmen die IP-Adressen mutmasslicher illegaler Downloader und sendet sie an die jeweiligen Rechteinhaber der betroffenen Werke. Die mutmasslichen Downloader erhielten in Folge Abmahnungen – unter anderem der Anwaltskanzlei Schutt & Waetke.
Laut Hanspeter Thür, dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB), verstösst diese Logistep-Vorgehensweise gegen die Grundsätze des Datenschutzgesetzes, in dem sie die Persönlichkeitsrechte eines grösseren Personenkreises verletzt. Die generelle Legitimität einer strafrechtlichen Folge von Urheberrechtsverletzungen will Hanspeter Thür allerdings nicht in Frage stellen. Innert 30 Tagen muss Logistep nun den EDÖB informieren, ob sie die Empfehlung des Datenschutzbeauftragten akzeptiert.
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“Im Internet geben immer mehr Nutzer – zumeist freiwillig – ihre letzte Intimität preis. Dabei sind die privaten Daten des Einzelnen mittlerweile zu einer profitablen Währung im World Wide Web geworden. Zwar werden zahlreiche Online-Dienste als kostenlose Angebote beworben – gratis sind sie deshalb allerdings noch lange nicht.1
Längst sind die Internetnutzer mehr als nur Konsumenten; ihre privaten Daten selbst werden zur wichtigsten Ressource einer sich neu orientierenden Werbeindustrie. Über die weitergegebenen Informationen verlieren die Nutzer nicht nur vollständig die Kontrolle; vielmehr werden die Bürgerinnen und Bürger regelrecht ihrer Privatsphäre enteignet.”
http://blaetter.de/artikel.php?pr=2766